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dritter streich...
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king crimson kamen aus dem nichts, entwickelten sich rasant und befanden nach sieben fulminanten alben in - bis auf mastermind robert fripp - wechselnden besetzungen, dass es nun auch wieder genug ist.
alles andere nach "red" heißt zwar noch KC, hat aber mit der musik der großen sieben alben nichts zu tun.
wir rasant die entwicklung stattfand, kann man anhand der veränderungen von album zu album gut nachvollziehen. "in the court of the crimson king" war noch irgendwie experimentell, tastend, zu wenig selbstbewußt, trotzdem großartig.
"wake of poseidon" strotzt bereits von selbstbewußtsein, aber man versuchte offenbar, das konzept des erstlings zu kopieren und zu übertrumpfen, was zweifelsfrei mehr als gelungen ist.
bereits ein halbes jahr später kam dann diese hier. auch bei "lizard" befindet sich ein ausgedehntes psychodelicstück auf der zweiten seite (ich hörte ja viel länger die LP!) aber sonst ist alles anders. die musik ist freier, experimenteller, geworden.
"circus" ist ein im dunkeln funkelndes stück musik, das sich (was irgendwann KC-typisch genannt werden sollte) ständig steigert und dann in das etwas schräge "indoor games" übergeht, eine absichtlich aufgeblasene, kantige nummer in der KC einzigartig dahinrumpeln und -poltern. es folgt der auszählreim "happy family", um den derartig herummusiziert wird, wie man es woanders oder vorher wohl noch nie gehört hat. als abschluss der ersten seite folgt eine wunderschöne entspannte ballade, hier wird das folgende album "islands" schon vorweggenommen.
tja, zweite seite "lizard"... als gastsänger holte man sich jon anderson, der sich hier durch einen völlig abgehobenen, schwebenden klangkosmos singt und dabei auf gekreische oder überbelastung seiner stimmbänder wie bei "yes" verzichtet. hier singt er genau das, was er kann und bleibt dabei völlig entspannt und das tut seiner stimme bemerkenswert gut. bei dem folgenden boleroartigen teil entwickeln sich über dem stoischen drumset spannende "gespräche" zwischen diversen blasinstrumenten, im hintergrund klimpert keith tippet völlig abgehoben dahin und trägt auch zur allgemeinen steigerungstendenz bei. und wenn dann das mellotron auch noch reinfährt...
das hier kann man langatmig oder bombastisch finden. wenn man aber drauf einsteigt, abhebt und mitfliegt, könnte "lizard" für mich stunden dauern, so ein stück gab es auch noch nie vorher - und nachher wieder - zu hören.
trotz realtiv leichtem zugang benötigt diese scheibe zeit, um ihre wahren qualitäten zu offenbaren. ich liebe sie und sie zieht mich jedesmal auf's neue in ihren bann!
das originale analogmaster ist schon sehr gut gewesen, das digitale remaster macht diese musik noch etwas durchhörbarer, vor allem die drums und der bassbereich sind besser belichtet.
10 sterne!
Eine Rezension von Stephan Urban "stevo" > wien
vom 3. Juli 2009 |