| Der Homunkulus. Die Wiederentdeckung der Alchemie
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Homunkulus
• • • • • (bewertet mit 2 von 5 Punkten)
Alle meine Rezensionen ansehen Rezension bezieht sich auf: Der Homunkulus. Die Wiederentdeckung der Alchemie (Broschiert) Der Roman über die Suche nach dem universellen alchemistischen Heilmittel (gegen Krebs) zog mich durchaus mit. Insgesamt bietet er auch einen guten Einblick in das (spekulative) Denken und Handeln der Alchemisten aller Jahrhunderte. Allerdings leuchtet es mir nicht ein, wozu sich der Leser deshalb durch längliche Passagen über das Privatleben der Hauptfigur Fred quälen muss. Sein scheiterndes Liebesleben erschien mir ebenso egal wie die Frage, was er z.B. jeweils zum Frühstück isst oder der detaillierte Fahrplan seiner Odyssee durch Dresden und Deutschland.
Der im Klappentext angedeutete "umfangreiche Sachverstand" des Autors krachte erstmals auf Seite 57 auf eine tödliche Klippe, denn die beschriebenen Transmutationen sind in lebenden Organismen oder mit einfachen chemischen Reaktionen, wie sie auch Alchemisten einsetzten, schier unmöglich. Kernreaktionen wie Natrium + Sauerstoff --> Kalium funktionieren nur unter höchstenergetischen Bedingungen wie in einem Kernreaktor (vgl. z.B. Wikipedia "kalte Fusion"). Dies lässt sich auch nicht mit wiederholten Seitenhieben entschuldigen wie: "Hinterwäldler unter den Wissenschaftlern belächeln noch heute derartige alchemistische bzw. parachemische Prozesse." Schließlich ist es eine Konstante der esoterischen Literatur, über "verlorenes Geheimwissen" zu schwafeln und moderne Theorien und Wissenschaften zu diskreditieren.
Hätte sich Iwailo Schmidt nicht nur in spannende bis rätselhafte alchemistische Rezepte von der Antike bis zur Gegenwart vertieft, sondern auch zeitgenössische Forschung über Alchemie verdaut, wäre er unweigerlich auf C. G. Jung gestoßen. Hat dieser doch ausführlich auch die psychologischen Hintergründe des "Großen Werkes" (Opus Magnus) beschrieben und hielt die Suche nach universellen alchemistischen Verfahren und Substanzen für ein Abbild und Drängen des Menschen nach gelungener Reifung (Individuation). Derartig positiv verwandelt wird Protagonist Fred leider nicht, womit zumindest sein Homunkulus eine Totgeburt bleibt.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 24. Januar 2011 |
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