Deutsche Barocklieder des 17. u. 18. Jahrhunderts


 
Ach Liebste, laß uns eilen ...
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Alle meine Rezensionen ansehen Rezension bezieht sich auf: Deutsche Barocklieder des 17. u. 18. Jahrhunderts (Audio CD) Männer, die mit hohen Stimmen sangen, waren schon lange vor Michael Jackson gefeierte Stars. Zu ihrem Ruhm kamen sie allerdings auf eine vergleichsweise barbarische Weise: da es Frauen lange verboten war, als Sängerinnen öffentlich aufzutreten, wurden im vor allem im 17. und 18. Jahrhundert geeignete Chorknaben vor der Pubertät entmannt, um ihre hohen Stimmen vor dem Stimmbruch zu bewahren. Viele Barock-Komponisten schrieben ihre schönsten Arien, die heute meist von Frauen gesungen werden, für diese „Zwitterwesen".
Die Kastraten und ihre vergessene Kunst sind durch den Film „Farinelli" inzwischen etwas bekannter geworden - die atemberaubende Stimme Farinellis entstand jedoch durch Computertricks.
Es gibt jedoch eine andere Möglichkeit, den Idealstimmen der Barockzeit nahe zu kommen: mit Hilfe einer besonderen Stimmfunktion (des Falsetts) können Sänger zu Countertenören werden. Diese Art zu singen wurde erst Mitte des 20. Jahrhunderts populär. Der englische Countertenor Alfred Deller wurde als erster auf diese Weise berühmt und revolutionierte quasi im Alleingang die Aufführungspraxis der Barockmusik.
Die Stimme eines Countertenors mag zunächst fremdartig erscheinen, verleiht jedoch besonders der Musik des 17. und 18. Jahrhunderts eine gewisse Magie. Da anscheinend diese Gesangspraxis viele Freunde und Zuhörer findet, gibt es heute etliche Countertenöre von Weltrang.

Einer dieser modernen Countertenöre ist Andreas Scholl. Seine erste CD „Deutsche Barocklieder" hat mich schon beim ersten Hören verzaubert - Scholl hat eine wunderbare Stimme, der ich stundenlang zuhören könnte. Die Lieder, die er hier von Cembalo und Streichern begleitet singt, sind Vertonungen deutscher Gedichte der Barockzeit (und somit auch für Germanisten nicht uninteressant - Stichwort „galante Lyrik"). Sie handeln von der Liebe, dem Verliebtsein, der Nacht und der Kunst des Küssens - sehr sinnliche Themen, und auch die Instrumentierung und der Gesang unterstreichen diese Sinnlichkeit. Diese CD könnte also auch Hörer begeistern, denen klassische Musik sonst zu trocken daherkommt. Man muss sich allerdings auf die Stimme und den barocken Gestus einlassen können...

Mein Urteil: 4 Sterne. Das Verspielt-Tändelnde der ausgewählten Lieder ergreift mich nicht ganz so sehr wie die etwas dramatischeren Aufnahmen Alfred Dellers (z. B. die Lieder von Henry Purcell). Trotzdem eine wunderschöne CD!
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 3. Januar 2004
Kundenrezensionen:
2. Unbekanntes Liedgut fantastisch musiziert!
1. Ach Liebste, laß uns eilen ... (die aktuell angezeigte Rezension)
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Sonstige Artikel:
Export Of Works Of Art Reports Of The Reviewing Committee: 2003-2004 50th Report: Cm. 6404
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